Geschichte


Mittwoch, 07. April 2010

Die 125 jährige Geschichte der

Trachtenmusikkapelle Waldburg

Blasmusik im neuen Sound 

125 Jahre Musikkapelle Waldburg

Vieles ändert sich,
manche Dinge bleiben gleich

Selbst auf die Trachtenmusikkapelle Waldburg, die sich in den letzten Jahren dem Motto "Blasmusik im neuen Sound" verschrieben hat, trifft dies zu.

Stöbert man in den Notenarchiven Waldburgs findet man zahlreiche Stücke die damals wie heute gespielt werden. Ein besonderer Dauerbrenner scheint der Trauermarsch Santa Lucia zu sein. Dieser Marsch wurde nachweislich schon in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts gespielt und ist heute noch Bestandteil eines jeden Begräbnisses in Waldburg. Dieser Marsch klingt sehr melodiös und erregt auch heute noch immer die Aufmerksamkeit bei Besuchern, insbesondere wenn diese Musiker sind. Alte Ländler, Jodler und Weisen, wie zum Beispiel die heutige Landeshymne der Steiermark "Am Dachstein" waren im Repertoire der populären Stücke. Heute hört man manchmal Leute leicht abfällig über das damalige musikalische Niveau reden. Ja, was die professionelle Ausbildung des Musikernachwuchses in den Landesmusikschulen betrifft, mögen sie recht haben, nicht aber was die Begeisterung der Musiker und die Schwierigkeit der gespielten Stücke aus vergangenen Tagen betrifft. Blättert man das Marschbuch aus 1893 durch, findet man Märsche mit einem erstaunlichen Schwierigkeitsgrad, der beeindruckend ist. Da stoßen heute noch viele gut ausgebildete Musiker an die Grenzen ihres Ansatzes.

Das Gründungsjahr 1879 der Musikkapelle Waldburg fällt in die Zeit der großen Marschkapellen. Besonders in Wien hatte die Marschmusik ihre Blütezeit. Besonders hervorzuheben sind die Militärkapellmeister Carl Michael Ziehrer (1843 bis 1922), Karl Komzak (1850 bis 1905) und Franz Lehar (1870 bis 1948). Die österreichische Militärmusik des 19. Jahrhunderts genoss Weltruhm. Diese Regimentskapellen haben bei ihren zahlreichen Auftritten ein Idealbild der Blasmusik hinterlassen, das man auch im kleinsten Dorf nachzuahmen versuchte. Genau diese Tatsache widerspiegelt sich in den Marschbüchern der Musikkapelle Waldburg aus dieser Zeit. Zackige Militärmärsche wurden gespielt, wie etwa "Die Fahne des Kaisers", "Cavallerie Marsch", "Kanonen Marsch, "Patrioten Marsch" etc. Aber auch Märsche die noch heute gern gehört werden, wie "Castaldo Marsch", "Wien bleibt Wien", oder "Unter dem Doppeladler". Also durchwegs sehr schwierige Märsche.

Das damalige Marschbuch der Musikkapelle blieb bis in die 20er und 30er Jahre des 20. Jahrhunderts in dieser Form bestehen. Da den Kapellen keine Vervielfältigungsmaschinen zur Verfügung standen, mussten einige Musiker, ausgestattet mit der Eigenschaft eine schöne Notenschrift zu haben, die Notenbücher selbst abschreiben. Erstaunlich, dass diese Bücher bis heute erhalten blieben, obwohl auch diese bei jeder Witterung verwendet wurden und keinen Plastikfolienschutz hatten.

Tanzmusik

Schon vor der Gründung der Musikkapelle im Jahre 1879 gab es verschiedene kleinere Tanzkapellen, welche die geselligen Veranstaltungen in und rund um Waldburg umrahmten. Die ersten namentlich bekannten Musiker waren wohl Josef Kunst, Josef Übermaßer (1820 bis 1897) und Franz Sumper. Sie musizierten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf Hochzeiten und bei kirchlichen Anlässen.2 Zu den Auftritten mussten lange Wegstrecken zu Fuß zurück gelegt werden. Die Musiker spielten meist mehrere Instrumente und hatten diese natürlich auch mitzutragen. Man stelle sich die sportliche Großtat vor, eine Bassgeige von Waldburg nach Linz, um der Musik willen, zu tragen. Eine Tanzkapelle umfasste sieben Personen. Aus dem Notenheften für Tanzmusik aus dem Jahre 1899 von Franz Übermaßer (1862 bis 1942) geht hervor, dass die damals neuersten Stücke aus der Unterhaltungsmusik bereits in Waldburg aufgeführt wurden, wie "Wiener Bürger" ein Walzer von Carl Michael Ziehrer. Die Besetzung dieses Ensembles war eine Klarinette in B, eine Klarinette in Es, ein Bass, ein Bassflügelhorn in B für die Begleitung sorgen zwei Trompeten in Es, und als Melodieinstrument fungierte das Flügelhorn. Das zweite Flügelhorn blieb im Gegensatz zu vergleichbaren heutigen Ensembles unbesetzt.

Entwicklung der Musikkapelle Waldburg

1879 ist das Gründungsjahr der Musikkapelle Waldburg. Josef Schwarz, Organist in Waldburg war der Kapellmeister. Ein begeisterter, vielseitiger Musiker aber auch gestrenger Herr, so berichtet eine Enkelin. Die alten Musiker wussten immer wieder davon zu erzählen, dass Schwarz von der kirchlichen Obrigkeit das Tanzblasen neben seiner Organistentätigkeit untersagt wurde. So widmete er sich ausschließlich der Leitung und der Ausbildung der Blasmusikkapelle.

Die Gesamtentwicklung und der wirtschaftliche Aufschwung Österreichs zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte auch seine Auswirkung auf Waldburg. Das Bruttoinlandsprodukt des Jahres 1913 hatte ein Niveau erreicht, dass erst einige Zeit nach dem Ende des 2. Weltkrieges, also in den 50er Jahren überboten werden konnte. Österreich war weltweit das einzige Land, das in der Zwischenkriegszeit kein Wirtschaftswachstum verzeichnen konnte. Diese historischen Ereignisse spiegeln sich im Zusammenleben der Menschen in Waldburg wider. Die Photographie von der Glockenweihe am Pfingstmontag 1914 zeigt ein pulsierendes Dorfleben in Waldburg bei der die Musikkapelle eine zentrale Rolle dieser Festlichkeit spielt. Der Ausbruch des 1. Weltkrieges wirkte sich auf das gerade gefestigte Häuflein Musiker verheerend aus. Bei der Fahnenweihe der Marianischen-Jungfrauen-Kongregation am 15. Oktober 1916 zum Beispiel, konnte der Kapellmeister nur mit fünf Musikern antreten. Die anderen Kameraden waren an allen Fronten des Krieges, weit weg von der Heimat, verstreut.

Nach dem Krieg ordnete der Kapellmeister Josef Schwarz die Musikkapelle neu, was eine schwierige Situation war, da die sozialen Verhältnisse denkbar schlecht waren. Fast niemand besaß Geld. Besonders schlimm traf die Menschen die Weltwirtschaftskrise. Am 24. Oktober 1929, dem so genannten "Schwarzen Freitag", brach in New York die Börse zusammen. Die Krise griff dann auf andere Länder über. Über England durch den Außenhandel mit den USA und daraufhin auf Deutschland durch den Kapitalverkehr. 1931 setzte mit dem Zusammenbruch der "Österreichischen Creditanstalt" die eigentliche Katastrophenphase in Österreich ein. Eine Abwertungswelle wurde losgetreten. So berichtet der ehemalige Musiker Hermann Hießl von seinem Vater, dem Schustermeister Franz Hießl, dass dieser Ende der 20er Jahre einen großzügigen Umbau seines Hauses plante. Als dann die Inflation die Ersparnisse zerstörte musste er auf den Umbau verzichten und kaufte sich von dem verbliebenen Rest ein Musikinstrument, nämlich ein Helikon, was noch heute existiert. Anhand dieses Beispieles sieht man, wie wichtig die Musik auch in schwierigsten Zeiten für die Menschen ist.

 

 

Die Musiker der damaligen Zeit waren sehr vielseitig. Die meisten beherrschten mehrere Instrumente. Aus den Reihen der Musikkapelle ging auch ein Streichquintett hervor. Eine Photographie aus dem Jahre 1919 zeigt dieses. Streichinstrumente waren in dieser Zeit besonders beliebt. In den Archiven ist zahlreiches Notenmaterial von Violinduetten vorhanden, etwa von Josef Haydn oder F. Mazas. Im Gegensatz zu dem Notenmaterial der Musikkapelle wurden diese Noten nicht abgeschrieben, sondern waren Druckwerke von verschiedenen Musikverlagen.

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Dienstag, 06. April 2010

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Die musikalischen Fähigkeiten der Musiker waren nicht nur daheim, sondern auch in der Bezirksstadt Freistadt gefragt. Seit der Gründung der Musikkapelle Waldburg spielten immer wieder mehrere Waldburger nebenbei auch noch bei der Stadtkapelle Freistadt mit. Dieses Orchester setzte sich aus Freistädtern, Leonfeldnern und Waldburgern zusammen. Der damalige Kapellmeister August Ritzberger hat versichert, dass dieses Orchester ohne Waldburger nicht spielfähig gewesen wäre. Eine briefliche Einladung zur Musikprobe an Franz Übermaßer, Klarinettist, aus dem Jahre 1891 ist ein interessantes Dokument aus dieser Zeit. Die Sorgfalt mit der diese Einladung verfasst wurde, zeigt welche organisatorischen und planerischen Fähigkeiten notwendig waren, um ein Orchester zusammen zu halten.

 

 

1934 starb Josef Schwarz, der große Musiker und Vater der Blasmusik von Waldburg. Der Oberlehrer Assman führte nun bis 1935 die Kapelle. Mitte der Dreißiger Jahre wurde dann Josef Sumper aus Waldburg mit dem Amt des Kapellmeisters betraut. Ein hervorragender Musiker und Organisator wuchs in dem Schüler von Josef Schwarz heran. Seine Einziehung zur Wehrmacht und sein Heldentod 1942 zerstörten die Hoffnung der Musiker auf sein zukünftiges wirken.

Im Jahr 1938 wurde die Kapelle in den "Reichsverband für Volksmusik" aufgenommen. Das Anmeldeformular füllte am 1. September 1938 noch Josef Sumper aus. Während des 2. Weltkrieges übernahm Franz Glasner die Leitung der Kapelle. Da die meisten Musiker an allen Fronten des Weltkrieges kämpften, blieben als Musiker nur Franz Fischerlehner, Franz Hießl, Johann Übermaßer und Michel Leitner, die dauerhaft der Kapelle zur Verfügung standen. Diesen Herren und einigen Aushilfen aus den Nachbargemeinden war es zu verdanken, dass die Kapelle auch während den Wirrnissen des Krieges weiter bestehen konnte. Somit konnten die kirchlichen Anlässe und Begräbnisse auch während dieser Zeit musikalisch umrahmt werden. Schon während des 2. Weltkrieges wurde auf die Ausbildung des Musikernachwuchses Wert gelegt. Schon bald nach Kriegsende konnte die Musikkapelle Waldburg in der Bezirksstadt Freistadt bei einem Heimatfest als Bauernkapelle auftreten.

Als nach dem Zusammenbruch des Hitler Regimes die russische Besatzung die Macht übernahm kam es wiederholt zu Gewalttätigkeiten und brutalen Übergriffen an der Bevölkerung durch die ehemaligen russischen Frontsoldaten, die für ihre Gewaltbereitschaft und Rohheit gefürchtet waren. Als Schutzmaßnahme versahen in jedem Dorf beherzte Männer während der Nachtstunden einen Wachdienst. Zur Alarmierung waren die Musiker gefragt, die mit ihren Feuerwehrhörnern und Trompeten weithin hörbar die Anwesenheit von unerwünschten russischen Soldaten verkündeten. Der Jungmusiker Hermann Hießl verstand es mit einer Autobatterie aus einem zerstörten Militärfahrzeug und einem Windrad auf dem Dach seines Elternhaus elektrisches Licht zu erzeugen, was den Wachposten sehr dienlich war. Bezeichnenderweise hat sich diese technische Fähigkeit von Hermann Hießl auf seinen Sohn Wolfgang Hießl übertragen, der heute ebenfalls für die Lichttechnik im Orchester zuständig ist.

Als die ersten Nachkriegsjahre vorüber waren und die letzten Musiker aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrten, fanden sogenannte Gartenkonzerte in Waldburg statt. An mehreren Plätzen musizierten neben der Musikkapelle Waldburg Kapellen aus den Nachbargemeinden, wie der ehemalige Musiker Johann Hochreiter erzählt. Am Programm standen natürlich Märsche und Polkas aber auch Overtüren wie zum Beispiel von Josef Kaltschmid, der als Komponist des Kitzbüheler Standschützen Marsches heute noch bekannt ist.

 

 

Im Jahre 1950 kam es dann auf Initiative des Kapellmeisters Franz Glasner zur Gründung eines Musikvereines. Die Blasmusikkapelle Waldburg wurde als "Musikverein Waldburg" konstituiert. Zum Vereinsobmann wurde am 8. Februar 1950 im Gasthaus Kastl der Volksschuldirektor Max Reitmayr gewählt. Unter seiner umsichtigen Führung begannen der Aufbau und die Mitgliederwerbung. Mit der Gründung kam auch der Gedanke an eine neue Uniform auf. Die Musiker konnten diesen Wunsch mit Hilfe von Spenden und Beihilfen realisieren. Die schmucke Uniform bestand aus grüner Jacke, schwarzer Hose und grüner Tellermütze. Früher trugen die Musiker die Feuerwehruniform mit einer besonderen Schildkappe.Übrigens diese und alle anderen Uniformen der Musikkapelle Waldburg können im privaten Musikmuseum von Josef Freudenthaler besichtigt werden.

 

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Montag, 05. April 2010

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Von 1953 bis 1960 stand der Waldburger Pfarrer und Dechant Alois Gattringer dem Verein als Obmann vor, was nicht einmalig in der Geschichte der Musikkapelle Waldburg bleiben sollte, dass ein Pfarrer die Geschicke dieses Vereines führte. 1960 wurde der Bruder des Kapellmeisters, nämlich Josef Glasner zum Obmann gewählt, welcher 13 Jahre die Geschäfte des Obmannes führte.

 

 

Am 15. Mai 1967, nach beinahe dreißig Jahren unermüdlichen Wirkens, legte Kapellmeister Franz Glasner die Geschicke der Kapelle in die Hände des Volksschuldirektors Friedrich Fitzinger. Mit der Einkleidung in eine Tracht im Jahre 1968, eine Mühlviertler Bauerntracht mit brauner Jacke, schwarzer Hose, schwarzer Weste, rotem Halstuch und schwarzem Hut, begann auch eine neue Ära des Musizierens. Wertungsspiele wurden eingeführt und die Musikkapelle Waldburg beteiligte sich rege daran.

1973 wurde die Obmannschaft des Vereines von Josef Wiesinger übernommen. Im gelang es die Einstellung der unterstützenden Mitgleider zum Verein und zur Kapelle in positivem Sinne zu wandeln. Die Mitglieder des Vereins sollten zum Verein um der Musik willen und der Pflege des Brauchtums stehen und nicht wegen der Versicherung einer zukünftig "geblasenen Leich."

1975 übernahm Gerhard Pömer die Leitung des Orchesters. Er betrachtete seine Funktion immer als Pflicht und Ehre, seinen Musikern für ihre Kameradschaft, für die Freude an der Blasmusik und für ihr Bestreben, gute Musik zu machen, zu danken. In seine Zeit fielen das große Musikfest anlässlich des 100 jährigen Bestandsjubiläums der Musikkapelle Waldburg vom 28. bis 29. Juli 1979. Anlässlich dieses Festes wurde auch das neue Musikheim eingeweiht, welches eines der wichtigsten Treffpunkte des örtlichen Gemeinschaftslebens darstellt. Neben der Musikkapelle hält auch der Kirchenchor dort seine Proben ab. Eine besondere Note gab diesem Fest der Besuch einer Abordnung aus Waldburg in Baden-Württemberg, was als Beginn der Freundschaft zwischen diesen beiden Orten gilt.

Am 14. September 1980 wurde die neue Tracht der Öffentlichkeit vorgestellt, welche aus einer schwarzen Kniebundhose, blauem Rock, roter Weste, weißen Stutzen und einem schwarzen Hut besteht. Ein Meilenstein der Musikkapelle war das erste Herbstkonzert im neu errichteten Turn- und Kultursaal im November 1986, was zu einem großen Erlebnis für Publikum und Musiker wurde. Im gleichen Jahr fand eine Ehrung der Musikkapelle Waldburg bei Landeshauptmann Dr. Josef Ratzenböck im Linzer Landhaus statt, welche aufgrund einer dreimal aufeinander folgenden Auszeichnung bei Wertungsspielen zu teil wurde. 1988 folgte die Teilnahme am Kreisverbansmusikfest in Waldburg in Baden-Württemberg. Auch hier konnte die Musikkapelle Waldburg bei der Konzertwertung eine Auszeichnung erzielen.

Zu Beginn des Jahres 1988 übernahm Dr. Thomas Eppacher die Obmannschaft des Musikvereins. Es war das zweite Mal in der Geschichte des Musikvereines, dass der Pfarrer von Waldburg dem Verein vorstand. Ein Höhepunkt in der Geschichte der Musikkapelle Waldburg war zweifelsohne die Ausrichtung des 30. Bezirksmusikfestes vom 26. bis 28. Mai 1989 in Waldburg. Dieses Fest war ein großer Erfolg, was sich durch die rege Teilnahme der Musikkapellen, sowohl bei der Konzertwertung als auch bei der Marschwertung niederschlug. Tausende Zuschauer säumten das Festgelände als es galt den bei der Marschwertung angetretenen Musikkapellen die Daumen zu halten. Eine besondere Attraktion dieses Festes war die Teilnahme der Bürgerwehr aus Waldburg in Württemberg unter dem Kommando von Hauptmann Anton Högerle, welche unter der Mitwirkung des Bürgerkorps Freistadt den Großen Zapfenstreich darbot. Dieser Augenblick ist sicherlich bei jedem Anwesenden, den Aufführenden wie den Zuschauern ins Herz gedrungen.

Im Jahr 1992 übergab Gerhard Pömer seine Kapellmeistertätigkeit nach 17 Jahren an Gerhard Maier weiter. Als junger Kapellmeister ging er behutsam vor einen neuen Stil in der Musikkapelle einzuführen. Durch seine Musikbegeisterung und sein Talent Stücke zu komponieren, arrangieren und transkripieren gelingt es ihm Begeisterung über alle Generationen hinweg zu erzeugen. Neben der Pflege der traditionellen Musik ist die Musikkapelle in moderne Sphären vorgestoßen und hat die Grenzen etwa zur populären Rockmusik überschritten. Auch kam es zu einer Innovation durch die Einführung von elektronischen Instrumenten, wie Bassgitarre, Elektrogitarre, Elektroklavier und elektronisches Schlagzeug, was im Orchester sehr harmoniert. Die Bedeutung des Herbstkonzertes wächst von Jahr zu Jahr und hat auch über die Grenzen des Bezirkes Freistadt seinen Stellenwert erhalten. Bald reichte eine Aufführung des Herbstkonzertes nicht mehr aus. 1997 wurde erstmals das Herbstkonzert infolge des großen Besucheransturmes zwei mal aufgeführt. 2003 reichte diese Anzahl nicht mehr aus und man entschied sich das Konzert drei mal, an zwei Wochenenden hintereinander aufzuführen. Auch das Ambiente des Konzertsaales wird von Jahr zu Jahr attraktiver aber auch aufwendiger. Von den Musikern wird eine große Einsatzbereitschaft gefordert, nicht nur was das Musikalische betrifft, sondern auch die aufwendigen organisatorischen und operativen Tätigkeiten bleiben nicht aus. Da der Erfolg stimmt, sind die Musiker auch bereit diesen Preis zu bezahlen. Die Musikkapelle wird auch oft von auswärts eingeladen Konzerte zu geben, wie zum Beispiel in Freistadt oder Kaplitz beim Stadtfest, in Krems beim Weinfest oder in Kitzbühel am Stadtplatz, was jedes Mal eine besondere Stimmung bei den Musikern erzeugt. Durch die Umsetzung des Mottos der Trachtenmusikkapelle Waldburg, "Blasmusik im neuen Sound" ist es gelungen Stücke zu präsentieren, die man vorher einer Musikkapelle kaum zugetraut hätte. Für den Verfasser ist es manchmal trotzdem immer wieder unglaublich, was eine Blasmusik alles interpretieren kann. Der Schluss liegt nahe, dass eine Blasmusikkapelle von heute alle musikalischen Möglichkeiten offen hat, wenn sie nur will.

Günter Übermaßer, Waldburg 27. Juli 2004

 

Seit 11.Februar 2007 liegt nun die musikalische Leitung der Trachtenmusikkapelle Waldburg in neuen Händen. Nach 15 Jahren grenzenlosem Einsatz für die "Blasmusik im neuen Sound" gab Kapellmeister Gerhard Maier seinen Taktstock weiter.
Hoch motiviert und qualifiziert tritt das neue Kapellmeisterteam (Übermaßer Günter, Traxler Petra und Maier Natalie) das "schwere" Erbe an um auch in Zukunft Blasmusik "Für euch" zum besten zu geben.

Nachtrag, Waldburg 11. Februar 2007

 


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