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Die musikalischen Fähigkeiten der Musiker waren nicht nur daheim, sondern auch in der Bezirksstadt Freistadt gefragt. Seit der Gründung der Musikkapelle Waldburg spielten immer wieder mehrere Waldburger nebenbei auch noch bei der Stadtkapelle Freistadt mit. Dieses Orchester setzte sich aus Freistädtern, Leonfeldnern und Waldburgern zusammen. Der damalige Kapellmeister August Ritzberger hat versichert, dass dieses Orchester ohne Waldburger nicht spielfähig gewesen wäre. Eine briefliche Einladung zur Musikprobe an Franz Übermaßer, Klarinettist, aus dem Jahre 1891 ist ein interessantes Dokument aus dieser Zeit. Die Sorgfalt mit der diese Einladung verfasst wurde, zeigt welche organisatorischen und planerischen Fähigkeiten notwendig waren, um ein Orchester zusammen zu halten.

 

 

1934 starb Josef Schwarz, der große Musiker und Vater der Blasmusik von Waldburg. Der Oberlehrer Assman führte nun bis 1935 die Kapelle. Mitte der Dreißiger Jahre wurde dann Josef Sumper aus Waldburg mit dem Amt des Kapellmeisters betraut. Ein hervorragender Musiker und Organisator wuchs in dem Schüler von Josef Schwarz heran. Seine Einziehung zur Wehrmacht und sein Heldentod 1942 zerstörten die Hoffnung der Musiker auf sein zukünftiges wirken.

Im Jahr 1938 wurde die Kapelle in den "Reichsverband für Volksmusik" aufgenommen. Das Anmeldeformular füllte am 1. September 1938 noch Josef Sumper aus. Während des 2. Weltkrieges übernahm Franz Glasner die Leitung der Kapelle. Da die meisten Musiker an allen Fronten des Weltkrieges kämpften, blieben als Musiker nur Franz Fischerlehner, Franz Hießl, Johann Übermaßer und Michel Leitner, die dauerhaft der Kapelle zur Verfügung standen. Diesen Herren und einigen Aushilfen aus den Nachbargemeinden war es zu verdanken, dass die Kapelle auch während den Wirrnissen des Krieges weiter bestehen konnte. Somit konnten die kirchlichen Anlässe und Begräbnisse auch während dieser Zeit musikalisch umrahmt werden. Schon während des 2. Weltkrieges wurde auf die Ausbildung des Musikernachwuchses Wert gelegt. Schon bald nach Kriegsende konnte die Musikkapelle Waldburg in der Bezirksstadt Freistadt bei einem Heimatfest als Bauernkapelle auftreten.

Als nach dem Zusammenbruch des Hitler Regimes die russische Besatzung die Macht übernahm kam es wiederholt zu Gewalttätigkeiten und brutalen Übergriffen an der Bevölkerung durch die ehemaligen russischen Frontsoldaten, die für ihre Gewaltbereitschaft und Rohheit gefürchtet waren. Als Schutzmaßnahme versahen in jedem Dorf beherzte Männer während der Nachtstunden einen Wachdienst. Zur Alarmierung waren die Musiker gefragt, die mit ihren Feuerwehrhörnern und Trompeten weithin hörbar die Anwesenheit von unerwünschten russischen Soldaten verkündeten. Der Jungmusiker Hermann Hießl verstand es mit einer Autobatterie aus einem zerstörten Militärfahrzeug und einem Windrad auf dem Dach seines Elternhaus elektrisches Licht zu erzeugen, was den Wachposten sehr dienlich war. Bezeichnenderweise hat sich diese technische Fähigkeit von Hermann Hießl auf seinen Sohn Wolfgang Hießl übertragen, der heute ebenfalls für die Lichttechnik im Orchester zuständig ist.

Als die ersten Nachkriegsjahre vorüber waren und die letzten Musiker aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrten, fanden sogenannte Gartenkonzerte in Waldburg statt. An mehreren Plätzen musizierten neben der Musikkapelle Waldburg Kapellen aus den Nachbargemeinden, wie der ehemalige Musiker Johann Hochreiter erzählt. Am Programm standen natürlich Märsche und Polkas aber auch Overtüren wie zum Beispiel von Josef Kaltschmid, der als Komponist des Kitzbüheler Standschützen Marsches heute noch bekannt ist.

 

 

Im Jahre 1950 kam es dann auf Initiative des Kapellmeisters Franz Glasner zur Gründung eines Musikvereines. Die Blasmusikkapelle Waldburg wurde als "Musikverein Waldburg" konstituiert. Zum Vereinsobmann wurde am 8. Februar 1950 im Gasthaus Kastl der Volksschuldirektor Max Reitmayr gewählt. Unter seiner umsichtigen Führung begannen der Aufbau und die Mitgliederwerbung. Mit der Gründung kam auch der Gedanke an eine neue Uniform auf. Die Musiker konnten diesen Wunsch mit Hilfe von Spenden und Beihilfen realisieren. Die schmucke Uniform bestand aus grüner Jacke, schwarzer Hose und grüner Tellermütze. Früher trugen die Musiker die Feuerwehruniform mit einer besonderen Schildkappe.Übrigens diese und alle anderen Uniformen der Musikkapelle Waldburg können im privaten Musikmuseum von Josef Freudenthaler besichtigt werden.

 

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